Buch-Verschlüsselung

 

Die Buch-Verschlüsselung (auch: Buchchiffre oder Buchcode) ist eine Verschlüsselung, bei der man durch Angeben der Seitenzahl in einem Buch sowie der Zeilennummer und der Positionsnummer von Buchstaben auf einer Seite des Buchs Nachrichten verschlüsseln und anschließend geheim übermitteln kann. Der Begriff „Buch“ meint ein beliebiges Schriftstück, das Sender und Empfänger vorliegt; es kann sich um ein beliebiges Textdokument handeln. Das Buch stellt die Grundlage zur Verschlüsselung dar und übernimmt die Funktion des „Schlüssels“.

Beispiel

Nimmt man als „Buch“ ein einseitiges Dokument, beispielsweise die Präambel des Grundgesetzes, so kann die Angabe der Seitennummer entfallen. Die einzelnen Buchstaben und weiteren Zeichen können allein anhand ihrer „Koordinatenangabe“ nach Zeile und Spalte eindeutig zugeordnet werden. Dazu sind hier oberhalb und links der Präambel des Grundgesetzes Zahlenreihen angebracht.

Das Wort „WIKIPEDIA“ ließe sich mithilfe dieser Textgrundlage durch Kombination aus Zeile und Spalte als „2.9, 7.2, 5.26, 4.7, 3.53, 4.2, 2.5, 2.10, 3.1“ verschlüsseln. Dies wäre der vom Sender zum Empfänger der Nachricht zu übermittelnde Geheimtext.

Zur Entschlüsselung sucht der befugte Entschlüssler, der wie der Verschlüssler im Besitz des „geheimen Buchs“ sein muss, bei „2.9“ das neunte Zeichen in der zweiten Zeile seiner Textgrundlage und findet so das „W“ als ersten Buchstaben des Klartextes. Nach und nach entschlüsselt er auf diese Weise die geheime Nachricht: WIKIPEDIA.

Sicherheit

Die kryptographische Sicherheit dieses Verfahrens gegen unbefugte Entzifferung ist als sehr hoch einzuschätzen – vorausgesetzt dem angreifenden Codeknacker gelingt es nicht, sich in den Besitz des Buchs zu bringen. Da dies im Beispielfall nicht erwartet werden kann, denn das Grundgesetz ist für jedermann leicht einsehbar, wäre hier der Schutz des Geheimnisses entscheidend davon abhängig, ob der Angreifer auf die Idee kommt, dass hier das Grundgesetz als Textgrundlage zur Verschlüsselung diente.

Zur Erzielung einer möglichst hohen Sicherheit ist daher die Wahl eines seltenen und schwer zu beschaffenden Buchs empfehlenswert. Ideal sind Unikate geeignet, also beispielsweise handschriftliche Texte, die nur einmal existieren und von denen der Empfänger – und nur er – eine einzige Kopie besitzt. Wichtig ist natürlich auch, dass dem Verschlüssler keine Fehler passieren, und er beispielsweise nicht leichtfertig immer wieder das gleiche Geheimzeichen zur Verschlüsselung eines Klarbuchstabens verwendet. Auch sollte er darauf achten, dass die aus dem Buch gewählten Geheimzeichen (hier: Zeile und Spalte) nicht eng benachbart sind. Am besten, er entnimmt jeder Zeile jeweils nur ein einziges Geheimzeichen und markiert die Zeile anschließend als „verbraucht“. Unter diesen Voraussetzungen und unter der Annahme, dass sich niemand Zugang zu dem als Schlüssel dienenden Buch verschaffen kann, ist das Verfahren der Buch-Verschlüsselung als praktisch „unbrechbar“ zu bezeichnen.

 

 

 

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